Zukunftsangst

ZUKUNFTSANGST

Ich studiere jetzt seit bald 3,5 Jahren. Gerade schreibe ich meine Bachelorarbeit, anschließend kommt das Praktikum und dann – ja, dann ist das Studium vorbei. Kein “Gehen wir in der Pause schnell in die Stadt?” mehr und keine Shopping Trips in meinen liebsten Second Hand Laden. Nie wieder Vodka trinken in der rosa Küche, in der wir viele Abende verbracht haben. Nicht mehr jeden Tag das Mädchen sehen, dass mir im Studium so wahnsinnig ans Herz gewachsen ist. Und erst mal keine gemeinsame Wohnung mehr mit meinem Freund, sondern eine Fernbeziehung stattdessen.

Neophobie / Zukunftsangst

Als Neophobie (latein. neophobia) wird die Angst vor etwas Neuem, unbekannten Situationen, neuartigen Dingen oder fremden Personen bezeichnet.

ZUKUNFTSANGST

Vielleicht ist das Wort Zukunftsangst nicht ganz passend, denn so wirklich Angst habe ich eigentlich nicht. Aber es wird sich alles ändern, und das kann ich nicht aufhalten. Erst jetzt fallen mir Dinge auf, die ich in Ansbach so wahnsinnig geschätzt habe und vermisse die Menschen, die eben diese Dinge mit mir geteilt haben. Eine Ära geht zu Ende, irgendwie. Eine neue Zeit beginnt und das ist gut, denn diese Zeit wird spannend. Sie wird eben anders werden. Und wo ich in einem Jahr sein werde ist noch komplett ungewiss. Ich kann nicht sagen, dass mir das so richtige Angst bereitet, aber sonderlich wohl fühle ich mich damit auch nicht.

Manchmal frage ich mich, ob ich wirklich schon soweit bin. Obwohl ich mich in den 3,5 Jahren meines Studiums total weiterentwickelt habe, fühle ich mich nach wie vor, als wäre ich eher nur geringfügig bereit für die Arbeitswelt. Auch wenn ich daran denke, dass ich schon seit 4 Jahren volljährig bin, kann ich es nicht glauben. Die Zeit rennt. Und ich werde melancholisch und wünsche mir nur noch einen weiteren Abend mit meinen Freunden und Vodka in der rosanen Küche. Nur noch einen einzigen.

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