just a small town girl ..

.. livin‘ in a lonely world – she took the midnight train goin‘ anywhere

Okay. Ich hasse diesen Song. Aber ich kann es nicht verhindern, dass ich ab und an einen Ohrwurm von Don’t stop believin‘ habe, wenn ich so durch Hamburg laufe. Manchmal, da fühle ich mich nämlich genau so. Wie just a small town girl. Aber wie geht es mir nach meinen ersten Wochen in der neuen, großen Stadt?

 

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Bin ich ein Klischee?

Ein Mädchen aus der Kleinstadt, das irgendwann das eher ländliche Leben satt hatte und sich so aufmachte, um die große, weite Welt zu erkunden. Hamburg sollte es sein. Unzählige Angebote und Möglichkeiten, ein ganz anderer Lifestyle, interessante Menschen und andere Ansichten, das versprach sie sich. Karriere machen? Vielleicht. Das Leben genießen? Auf jeden Fall! Keine Chance ungenutzt lassen? Ja, das klingt doch irgendwie alles ganz gut. Aber irgendwie eben auch nach einem Klischee.

Was genau verspreche ich mir von meinem Umzug in die Großstadt?

Wie ich euch bei meiner Ankunft schon erzählt habe, freue ich mich sehr darüber, eine größere Auswahl zu haben. Das beziehe ich sowohl auf meine vegane Ernährung (bei uns gab es nur ein veganes Restaurant, ich meine hallo?), als auch auf Second Hand Stores, Gebrauchtwarenläden, Flohmärkte, Bars, Kneipen – so den ganzen Lifestyle eben. Ich wollte eine etwas andere Mentalität kennen lernen als die bayerische und interessante Menschen treffen. Start-Up Luft schnuppern. Mich weiterbilden. Ja, das wäre wirklich schön.

 

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Wie sieht mein Alltag aus?

Also enttäuscht wurde ich nicht. Eigentlich treffen all meine Erwartungen wirklich zu, doch mit ein paar weiteren Punkten hätte ich nicht gerechnet. Beispielsweise ist Hamburg irgendwie auch nur ein Kaff – also im übertragenen Sinne. Denn irgendwann, da kennt man einfach seine Hood. Man läuft die selben Wege, gerät immer wieder an Orte, an denen man schon war und auch die Orientierung wird Schritt für Schritt etwas besser. Wahrscheinlich habe ich aber auch einfach ein wahnsinniges Glück, so super zentral zu wohnen, das sollte man nicht vernachlässigen.

Auch das Angebot ist wirklich rießig. Bars, Clubs, Konzerte, Veranstaltungen, Restaurants.. aber wie genau soll man eigentlich das gesamte Angebot überhaupt wahrnehmen können? Und wo fängt man an? Wo informiert man sich? Was ist wirklich cool und was dann doch nur heiße Luft?

Oftmals hat man gar nicht die Zeit oder Energie, die Stadt vollkommen auszukosten. Man ist ja auch nur ein Mensch. Nach einem langen Arbeitstag will man vielleicht nicht unbedingt noch etwas unternehmen. Da fällt man ins Bett und schläft – easy like that. Manchmal fällt es mir dementsprechend wirklich schwer, mich raus zu ziehen. Mich doch noch dazu zu motivieren, etwas zu unternehmen. Mal eine andere Straße zu nehmen, als die gewohnte.

 

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Großstadt ist das, was man daraus macht.

Das habe ich schon in den ersten paar Wochen gemerkt. Und ja, vielleicht bin ich ein ziemliches Klischee. Ich weiß auch nach wie vor nicht, ob Großstadt wirklich mein Ding ist, aber gerade genieße ich es einfach. In die U-Bahn zu steigen, und irgendwo hin zu fahren. Supermärkte, die länger aufhaben, als nur bis 8. Restaurants, die eigentlich immer vegane Gerichte auf der Karte haben.

Also nein, ich wurde nicht enttäuscht. Bisher zumindest. Gerne nehme ich euch auch weiterhin mit auf die Reise.

Wie ist das bei euch? Just a small town girl oder just a city boy? 

Ich freue mich sehr auf eure Meinungen!

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  • Hallo Julia,

    interessanter Artikel! 🙂
    Ich würde liebend gerne nach London, also auch in eine Großstadt ziehen (Dresden ist ein wirkliches Kaff)! Das habe ich jetzt nach meiner Woche London wieder gemerkt.

    Ich wünsche Dir alles Gute und hoffentlich mal wieder bis bald! 🙂

    Modische Grüße,

    Mister Matthew 🙂
    https://www.mister-matthew.de/

  • Hach ich hab irgendwie auch immer von der weiten Welt und Großstädte geträumt, aber als ich dann das erste Mal in Berlin war, fand ich es schrecklich 😀 also zum anschauen ganz okay und interessant, aber zum Leben? No way! Kommt aber wahrscheinlich auch auf die Stadt an, denn Hamburg fand ich viel viel angenehmer als Berlin! Momentan bin aber lieber ein Kleinstadt Mädchen. Bin ja auch erest vor kurzen aus dem Dorf in die Stadt gezogen, lol.

    In der Großstadt hat man halt, wie schon schreibst, schon mehr Auswahl und Möglichkeiten, Job-mäßig und Essen/Party-technisch, was mir manchmal auch fehlt. Aber ich hab in den letzten Jahren auch gelernt, meine Stadt mehr zu erkunden, zu recherchieren und dann auch einfach hinzugehen. Das hilft mir auch enorm, mich nicht zu langweilen haha 😀 außerdem reichen mir Großstädte beim Reisen. Momentan, jedenfalls. Wie gesagt, kann sich in ein paar Monaten oder Jahren auch ändern und vielleicht will ich dann auch mal in ner Großstadt wohnen. Ganz auschließen will ich es nicht 🙂

    Finde deine Texte zurzeit übrigens super. Vom Erzähl-Stil als auch wie du dich reflektierst. Dann regt mich dann selbst auch immer an darüber nachzudenken! 🙂 <3

  • Ich komme aus einem ziemlich kleinen Kaff und habe mich dort nie wohl gefühlt. Mich hat es immer in die Großstadt gezogen. Und jetzt lebe ich in einer. Okay, es ist eigentlich nur ganz knapp eine Großstadt. Aber ich fühle mich in Städten, die weder zu groß noch zu klein sind am Wohlsten. 🙂

    Liebe Grüße
    Joana